Marokko

Unser Marokko-Highlight: Chefchaouen

8. Oktober 2015
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Mitten in Tanger liegt der zentrale Busbahnhof. Von dort aus ging es für uns im CTM-Bus nach Chefchaouen ins Rifgebirge. Von allen Städten, die auf unserer groben Reiseplanung standen, waren wir am meisten auf Chefchaouen im Rifgebirge gespannt. Warum? Weil wir sehen wollten, wie ob die blaue Stadt wirklich so blau ist. Nachdem wir in Rabat und Asilah die ersten blaugestrichenen Häuser vorfanden, waren wir nun voller Vorfreude. Doch erstmal hieß es, die Busfahrt hinter uns zu bringen. Das ständige Rauf und Runter, Rechts und Links über die Serpentinen ist nichts für empfindliche Mägen.

Chefchaouen Karte

Ankunft in Chefchaouen

Nach vier Stunden hatten wir es geschafft und wir erreichten den Busbahnhof. Da er südlich der Medina liegt, nahmen wir für 10 MAD ein Taxi hoch zur Medina. Diese ist zwar genauso verwinkelt wie die Medinas in anderen Städten, jedoch wesentlich kleiner. Nach einigen Irrungen und Wirrungen fanden wir schließlich unser kleines Riad im Herzen der Medina und machten uns kurz danach daran, die Umgebung zu erkunden.

„Ich würde sagen, dass Marokko einer Zimmerflucht gleicht, deren Türen sich öffnen, wenn man durch sie hindurchgeht… Jede Tür eröffnet einen anderen Ausblick: auf einen Raum, ein Gesicht, eine Stimme, ein Geheimnis.“ (Tahar Ben Jelloun)

Auf dem zentralen Platz Chefchaouens, dem Plaza Uta el-Hammam, wurde wir direkt von verschiedenen Verkäufern belagert. Während die einen uns in ihr Restaurant locken wollten, fragten uns andere, ob wir Haschisch kaufen wollen. Ansonsten wurden wir jedoch größtenteils von Verkäufern in Ruhe gelassen.

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{Tipp}: Von der Spanischen Moschee auf die Stadt blicken

Wenn ihr die Medina in östlicher Richtung verlasst, kommt ihr zuerst zum Wasserfall und könnt direkt auf eine der Wanderrouten gelangen, die es rund um Chefchaouen gibt. Lasst ihr den Blick dann den Horizont entlang schweifen, seht ihr die weiße Spanische Moschee, die auf einem Berg hervorragt. Der ungefähr 20-minütige Fußmarsch hinauf zur Spanischen Moschee lohnt sich, denn von dort habt ihr einen tollen Blick auf Chefchaouen.

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Die Stimmung in der Stadt ist entspannt, was wohl an dem Marihuana in Kombination mit den Blautönen der Stadt liegt. Nach den zum Teil hektischen Tagen in den Medinas anderer Städte genossen wir die Ruhe, die wir während unseres dreitägigen Aufenthalts hatten. Unterbrochen wurde diese Ruhe aber in aller Frühe: Der Muezzin ruft in Chefchaouen die Gläubigen jeden Morgen scheinbar noch lautstarker zum Gebet als anderswo, sodass unsere Nacht jeden Tag unterbrochen wurde.

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Innerhalb der Medina gibt es nur wenige große Gassen. Aber da sich die Häuser so stark ähneln (es sind ja alle blau), ist es zuerst gar nicht so einfach, sich zu orientieren. Doch mit der Zeit wurde unsere Orientierung immer besser und wir fanden innerhalb weniger Minuten den Ort oder Laden, zu dem wir wollten. Auf unseren Streifzügen fanden wir immer wieder neue Routen und wir können behaupten, dass wir in jedem Winkel Chefchaouens waren. Zu den Highlights zählte für uns die Begegnung mit drei kleinen rothaarigen Kätzchen, die um unsere Beine schwirrten, miteinander rauften und einfach zuckersüß anzusehen waren.

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Einkaufen und Essen in Chefchaouen

In der Medina bekommt ihr tolle Shoppingmöglichkeiten geboten, von obligatorischen Teppichen über Webwaren und Keramik. Wir ließen uns von zwei Händlern in gemütlicher Tee-Atmosphäre eine Auswahl von Teppichen zeigen – nur um das auch mal miterlebt zu haben. Ali und Ibrahim waren absolute Meisterverkäufer.

Mit Minztee, Charme und Witzen versuchten sie, uns ihre Teppiche (die angeblich die besten Mitbringsel aus Marokko sind, da sie noch an Generationen weitervererbt werden können) schmackhaft zu machen. In Windeseile lag ein riesiger Teppichhaufen vor uns und nun waren wir an der Reihe zwischen Behalten und Uninteressant zu entscheiden – für jeden einzelnen Teppich. Kein einziger Teppich war für uns interessant, aber das Verlaufsspektakel mitgemacht zu haben schon.

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Zu unseren kulinarischen Highlights zählt eine wirklich leckere Tajine mit Datteln, die wir direkt am Marktplatz im Restaurant Morisco bestellten. Hier kommen Freunde von süßlichen Abendessen bei der Wahl von Tahliya voll auf ihre Kosten. In einem Tontopf wird eine Zubereitung aus Ziegenfleisch und Pflaumensoße serviert. Wem eher der Sinn nach westlich angehauchter Küche steht, der findet in der Pizzeria Mandala außerhalb der Medina solide Pizza und Pasta.

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3 Kommentare

  • Reply Ralph Otten 8. November 2015 at 20:42

    Über die Blogparaden auf den Marokko-Bericht gestoßen. Tolle Fotos, bekommt man ja ein „da will ich auch hin – und zwar sofort“ Gefühl!

  • Reply Oli 29. November 2015 at 17:12

    Dass Chefchouen eure Highlight wurde, hat mich ehrlich überrascht. Für mich ist die Stadt das Beispiel, das ich immer nenne, wenn ich über aggressive Verkäufer und lästige Betrügereien befragt werden. Ganz im Ernst: Ich habe in meinem Reiseleben kein Ort erlebt, wo die Verkäufer so aggressiv waren. Ich wurde Kilometer weit verfolgt, beschimpft und bedroht, wenn ich nichts kaufen wollte. Und dies nicht nur einmal. Aber es würde mich freuen, wenn sich das inzwischen geändert hätte. Denn optisch fand ich chefchouen unglaublich schön.

    • Reply Kathleen 1. Dezember 2015 at 22:26

      Hi Oli,

      da haben wir komplett unterschiedliche Erfahrungen gemacht. In Chefchaouen konnten wir ganz entspannt die Gassen entlang schlendern ohne ständig angesprochen zu werden. Die Händler waren sehr freundlich zu uns, auch wenn wir nichts gekauft haben. Letztendlich sind wir sogar länger geblieben als geplant, weil es uns in der magischen blauen Stadt so gut gefallen hat.

      Liebe Grüße
      Kathleen

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