Tschechien

Fünf Ideen für ein Wochenende in Prag

12. April 2015 | ⌚ Lesedauer: ca. 5 Minuten

Das Osterwochenende bot eine gute Gelegenheit, um ein paar Tage in Prag zu verbringen. Da wir nicht allein reisten, die Reise mit dem Zug für vier Personen sehr kostspielig war und die Anfahrt mit dem Fernbus ungefähr so viel kosten sollte, wie die Fahrt mit dem Auto, entschieden wir uns für einen Mietwagen.

Während die Abholung des Wagens noch problemlos lief, sollte dies auf unseren ersten Metern aus der Stadt heraus nicht der Fall sein: An einer roten Ampel fuhr uns jemand auf. Dann hieß es Personalien austauschen, die Polizei einschalten und den Schaden an die Mietwagenfirma melden. Bis auf eine kleine Delle an beiden Nummernschildern war nichts passiert, doch die Stunde Zeitverlust war natürlich nicht eingeplant. Als wir schließlich weiterfahren konnten, ging es sehr entspannt über die Autobahn in Richtung Prag.

Die Sache mit der Vignette

In Tschechien sind Autobahnen gebührenpflichtig. Leider gibt es gefühlt in jedem Land ein anderes System zur Mautabgabe. In Tschechien ist es so, dass kurz vor der Grenze auf einem kleinen Rastplatz, nur ausgestattet mit einem Toilettenhäuschen, die Vignette in einem Container verkauft wird. Wir sind natürlich vorbeigefahren und mussten nochmal zurück.

Dankenswerterweise wird nicht direkt hinter der Grenze kontrolliert, denn das kann teuer werden. Wie es der Zufall so wollte, hatte ich die Vignette nicht direkt aufgeklebt, sondern im Wagen hingelegt – und prompt schaute eine Polizeistreife auf die Windschutzscheibe und holte uns raus. Da wir die Vignette hatten, kamen wir mit einer kurzen Belehrung davon und konnten weiterfahren.

Erstaunlich war für uns, dass es keine durchgängige Autobahnstrecke nach Prag gibt. Diese wird zwar scheinbar fleißig weiter gebaut, ist aber noch nicht fertig. So fuhren wir einige Kilometer auf der Landstraße, zusammen mit LKWs und Bussen.

Unsere Tage in Prag: Durch malerische Straßen

Unsere Zelte schlugen wir in Prag 5, auf der Seite der Prager Burg auf. Von dort aus waren es gute 2 bis 2,5 Kilometer bis zur Altstadt. Wir hatten zwar einen groben Plan zurechtgelegt, ließen uns während der Tage in Prag aber eher treiben und erliefen uns die Stadt.

Von unserem Hotel ging es über eine der Brücken durch die häufig malerischen Straßenzüge hoch zur Karlsbrücke, durch kleine Gässchen, Richtung Schloss, zurück auf die andere Uferseite. Leider spielte das Wetter nicht so mit, wie wir es uns gewünscht hatten. Von strahlendem Sonnenschein über Regen und sogar Schnee war in den knapp 2,5 Tagen in Prag alles dabei.

Straße Prag Tanzendes Haus Prag

Unsere fünf Highlights in Prag

Unglaublich viele Häuser in den Prager Straßenzügen bezaubern durch ihre Fassaden. Eine ist schöner als die andere. Zum Teil sind ganze Statuen in die Wände integriert. Daher ist es allein schon ein Highlight einfach durch die Straßen zu laufen und hier und da Elemente des Prager Jugendstils und Kubismus zu entdecken.

“Wie zauberhaft ist doch die rhythmisch fließende Reihe von Kirchen, Palästen, zinnengekröntem Mauerwerk, Glockentürmen, Turmspitzen, Laubengängen, geräumigen Innenhöfen.” (Hector Berlioz)

Dennoch haben wir das Gefühl, dass Prag auch etwas Melancholisches und Düsteres an sich hat. Vielleicht entstand dieser Eindruck bei uns auch aufgrund des Wetters, das z.B. die Figuren auf der Karlsbrücke sehr dunkel und einschüchternd erschienen ließ.

Karlsbrücke Karlsbrücke Prag Astronomische Uhr Prag Denkmal für die Opfer des Kommunismus Prag Jüdischer Friedhof Prag Jüdisches Viertel Prag

Mit der Straßenbahn 22 hinauf zur Prager Burg fahren

Auch wenn sich Prag wunderbar zu Fuß erkunden lässt, eine Fahrt mit der Tram-Linie 22 hinauf zur Prager Burg hatte auch seinen Reiz, denn in Null-Komma-Nix waren wir oben und konnten dabei noch einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt genießen (Haltestelle zur Prager Burg: Pražský Hrad). Nach der Erkundung des Areals der Prager Burg spazierten wir über die Treppenanlagen vom Burggelände in Richtung Karlsbrücke durch hübsche Gassen in die Altstadt zurück.

{Tipp}: Mit der Tram 22 kommt ihr günstig und bequem an vielen Sehenswürdigkeiten (Namesti Miru, I.P. Pavlova und Karlovo Namesti, Nationaltheater, Café Slavia) vorbei. Die Linie beginnt im Südosten Prags und endet nach über einstündiger Fahrt in Bila Hora im Nordwesten. Ein Kurzstreckenticket (Umsteigen erlaubt) ist 30 Minuten lang gültig und kostet 24 CZK, ein Langstreckenticket (Umsteigen erlaubt) ist 90 Minuten lang gültig und kostet 32 CZK. Die Tickets müsst ihr vor der Fahrt entwerten.

Tram Prag

Magnolien Prager Burg

Prager Burg Treppen

Aussicht Prager Burg

Häuser Prag

Prager Burg

Ein Selfie vor der John Lennon Mauer schießen

John Lennon Mauer Velkopřevorské náměstí, 100 00 Prag 1

Unweit der Karlsbrücke steht die John Lennon Mauer. Die Mauer ist heute ein buntes Potpourri aus Graffiti, Portraits und Texten der Beatles. Was 1980 nach dem Tod John Lennons mit seinem Portrait auf der Mauer begann, ist seit 35 Jahren ein Denkmal an die freie Meinungsäußerung und die friedliche Rebellion der tschechischen Jugend gegen das damalige Regime der Tschechoslowakei.

John Lennon Mauer Prag John Lennon Pub Prag Prag

Im Café Savoy verweilen

Café Savoy Vítězná 5, 150 00 Prag 5

Es gibt sehr schöne alte Cafés in der Stadt. Eine unserer Anlaufstellen für eine kleine Stärkung am Nachmittag war das Café Savoy in der Nähe der Most Legií (Brücke der Legionen) auf der Prager Kleinseite. Das Café Savoy ist ein typisches Altprager Kaffeehaus, welches bereits im Jahre 1893 eröffnet wurde. Neben köstlichen Kaffee- und Konditoreispezialitäten wird dort auch ausgezeichnete böhmische und internationale Küche angeboten. Unglaublich schön ist die klassizistische Stuckdecke, die von zwei riesigen Kronenleuchtern angestrahlt wird und vom alten Prag zu Zeiten Kafkas träumen lässt. Hach, ein Café Savoy in Berlin wäre schön!

{Tipp}: Neben dem Café Savoy sind das Café Louvre (Národní 22, 110 00 Prag 1) und das kubistische Grand Café Orient (Ovocný trh 19, 110 00 Prag 1) nicht nur sehenswert, sondern auch kulinarisch die meist bessere Alternative zu den teilweise auch absichtlich auf alt getrimmten Brauereien in den Touristen-Hotspots. Freunde der böhmischen Spezialitäten (Pork is King) kommen mit Gulasch & Co. besser etwas abseits der Tourigebiete auf ihre Kosten, z.B. auf der Kleinseite im Stara Praha (Vitezna 530/11, 150 00 Prag 5).

Decke Café Savoy Café Savoy Café Savoy Kaffee im Café Savoy Café Savoy Fassade

Trdelník probieren

Trdelník ist ein traditionelles Hefegebäck, welches mit einer Zimt- und Zuckermischung umhüllt, mit Mandeln oder Kokos bestreut und nach Belieben befüllt wird. Es riecht so unglaublich köstlich, dass wir nicht widerstehen konnten; und wir wurden nicht enttäuscht. Ihr könnt Trdelník an fast jeder Ecke für 50 bis 60 CZK kaufen.

Trdelník Prag

Das Klementinum besichtigen

Klementinum Mariánské náměstí 5, 110 00 Prag 1

Ein kleines Highlight war der Besuch des Klementinum (Ticketpreis: 220 CZK). Bekannt ist es für die barocke Bibliothek, den astronomischen Turm sowie den Spiegelsaal. Die Bibliothek ist absolut sehenswert. Sie umfasst 20.000 Bücher, die in abnehmender Größe von unten nach oben geordnet sind und von denen ein großer Teil derzeit eingescannt wird, um später bei Google Books zugänglich gemacht zu werden. Leider ist es nicht erlaubt, die Bibliothek zu fotografieren. Dafür bot der astronomische Turm trotz Schneewetter eine schöne 360 Grad Aussicht auf die Stadt.

Klementinum Prag Aussicht

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