Polen

Neun Ideen für ein Wochenende in Warschau

26. Mai 2015
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Aus Neugier wurde Verliebtheit. Es geschah schon während der kurzen abendlichen Taxifahrt vom Flughafen ins Zentrum: Als ich Warschaus beleuchteten Kulturpalast und die vielen Wolkenkratzer zum ersten Mal sah, wusste ich dass ich diese Stadt in mein Herz schließen würde.

Es war ein guter Start in ein langes Pfingstwochenende: Die Taxifahrt vom Flughafen ins Zentrum kostete nur 35 zł, unser (wirklich günstiges) Hotel (Radisson Blu Centrum Hotel) lag perfekt im Zentrum umgeben von den vielen Hochhäusern und unser Concierge war so auf zack, dass wir innerhalb von drei Minuten unser Zimmer beziehen konnten. So wunderbar sollte es die nächsten Tage weitergehen. Alle meine Erwartungen, die ich in Bezug auf Warschau hatte, wurden bei Weitem übertroffen. Ich finde die Mischung aus rauher sozialistischer Architektur, modernen Wolkenkratzern (u.a. von den Stararchitekten Daniel Libeskind und Norman Foster entworfen), alternativen Vierteln, einer pittoresken Altstadt und wunderschönen Parks unglaublich faszinierend.

Unsere Highlights in Warschau:

Vereinzelt könnt ihr Überreste der Warschauer Ghetto-Mauer sehen, euch auf eine Chopin-Bank setzen, günstiges Essen in den Milchbars (Bar mleczny) genießen und euren müden Füßen eine Pause in einem der unzähligen stylishen Cafés gönnen, denn Warschau ist weitläufiger als ihr vielleicht denkt.

Ogród Saski Park Warschau

Ogród Saski Park

Ogród Saski Park Warschau Altstadt Warschau

Altstadt

Altstadt Warschau Altstadt Warschau Al. Solidarnoski Warschau

Al. Solidarnoski

Ghetto Mauer Warschau Ghetto Mauer Warschau Nożyk Synagogue

Nożyk Synagogue

Wolkenkratzer WarschauWarschauŁazienki-ParkŁazienki-Park

Łazienki-Park

Łazienki-ParkUni WarschauKafka Café WarschauHotel Bristol Warschauswiderki

Swiderki

Auf dem Dachgarten der Universitätsbibliothek Warschaus Panorama bestaunen

Ul. Dobra 56/66, 00-312 Warschau

  • 1. Mai bis 30. September: 08:00 – 20:00 Uhr
  • April und Oktober: 08:00 – 18:00 Uhr
  • 1. November bis 1. März: 08:00 -15:00 Uhr (nur der untere Garten)

Wäre ich noch Studentin, würde ich mein Erasmus-Semester jetzt sofort in Warschau verbringen. Allein der Universitätscampus ist eine Augenweide und ein idealer Ort des Lernens. Getoppt wird er nur noch von der super modernen Universitätsbibliothek, die einen der größten (ca. 1 ha) und schönsten Dachgärten Europas für Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter und Besucher bereithält. Die einzelnen Segmente des botanischen Gartens sind durch verspielte Wege und kleine Brücken miteinander verbunden und geben den Blick auf das Panorama Warschaus und die Weichsel frei. An Wochenenden könnt ihr sogar vereinzelt Brautpaare sehen, die diesen wunderbaren Ort als perfekte Kulisse für ihre Hochzeitsfotos nutzen.

Universitätsbibliothek Warschau Universitätsbibliothek Warschau Dachgarten Universitätsbibliothek Warschau Dachgarten Aussicht Universitätsbibliothek Warschau Dachgarten

Vor dem Regenbogen brunchen

Plac Zbawiciela, 00-642 Warschau

Es gibt nichts, was es nicht gibt: Warschau hat einen Regenbogen. Und was für einen! Als Gegenstand andauernder Auseinandersetzungen wurde er bereits mehrfach angezündet, aber nun erstrahlt er über der feuerbeschichteten Stahlkonstruktion mit tausenden von Kunstblumen in neuem Glanz, genauso bunt und selbstbewusst wie die Bewohner Warschaus.

{Tipp}: Den besten Blick auf den Regenbogen habt ihr, wenn ihr im französischen Café Charlotte genau gegenüber ein Gläschen Wein oder einen leckeren Brunch genießt.

Regenbogen Warschau

Los Angeles-Feeling erleben

Rondo Charles’a de Gaulle’a, Warschau

Wenn Warschau einen Regenbogen haben kann, warum dann nicht auch eine riesige Kunst-Dattelpalme mitten auf dem  Rondo Charles’a de Gaulle’a? Dahinter steckt die Idee, an die bedeutende jüdische Vergangenheit Warschaus zu erinnern und ein Stück der Landschaft Jerusalems nach Warschau zu holen. Mich erinnert sie jedoch vielmehr an den Sunset Boulevard in Los Angeles.

Palme Warschau

Berlin auf der Ul. Marszałkowska sehen

Hätten wir nicht ganz genau gewusst, dass wir in Warschau sind, hätten wir geglaubt die Karl-Marx-Allee in Berlin entlang zu spazieren. So ähnlich sehen sich die Ul. Marszałkowska und die Karl-Marx-Allee. Beide sind riesige sozialistische Prachtstraßen, deren Wohnblöcke im typischen Zuckerbäckerstil erbaut worden sind. Ein ähnliches Gefühl hatten wir auf der Al. Solidarności.

Ul. Marszałkowska Warschau Ul. Marszałkowska Warschau Ul. Marszałkowska Warschau

Hip auf der Ul. Francuska unterwegs sein

Mit der Tram der Linie 9 über die Weichsel und dann nach Praga auf die Ulica Francuska; wir waren gespannt, was uns auf dieser Straße erwarten würde. Viele hübsche Cafés, vereinzelte Vintage-Läden und ein paar alterative Adressen. Die besten hausgemachte Pommes (100 g für 3 zł) hatten wir im Renesans (Ul. Francuska 33, 03-905 Warsaw), dafür stehen sogar die Warschauer brav in der Schlange an.

Ul. Francuska Praga Ul. Francuska Praga

Die schönste Gasse der Altstadt entdecken

Ul. Dawna, Warschau

Kein Frage, die Altstadt Warschaus mit ihren bunten und reichlich verzierten Häuserfassaden, großen Plätzen und kleinen Gassen ist pittoresk, aber die wohl schönste (und auch kleinste Gasse) findet ihr in der Ul. Dawna. Unverkennbar ist ihr blauer Bogendurchgang unter einem Anbau.

Ul. Dawna Warschau

Von der Taras Widokowy auf die Altstadt blicken

Krakowskie Przedmieście 68, 00-322 Warschau

Nur wenige Meter von der Altstadt entfernt, erhebt sich die Taras Widokowy, ein Aussichtsturm, den ihr über eine gefühlt endlose Wendeltreppe erklimmen könnt. Der Weg nach oben lohnt sich: Nicht nur die Altstadt bekommt ihr hier traumhaft ins Bild gerückt, auch die Wolkenkratzer und die Weichsel.

Der Eintritt ist mit aktuell 5 zł sehr moderat. Den Aufgang zum Aussichtsturm findet ihr direkt neben der Kirche Kościół Akademicki św. Anny.

Altstadt Warschau Altstadt Warschau Altstadt Warschau Altstadt Warschau Kulturpalast Warschau Altstadt Warschau Nationalstadion Warschau

Die Ruhe des Powązki-Friedhofs genießen

Powązkowska 14, Warschau

Der vorrangige Grund für uns in den Norden Warschaus zu fahren war, den jüdischen Friedhof zu sehen. Nur leider standen wir vor verschlossen Toren, denn aufgrund des Feiertags hatte dieser nicht geöffnet. Unsere Enttäuschung konnten wir aber schnell überwinden, denn wir machten uns auf dem Weg zum angrenzenden Powązki-Friedhof.

Bedeckt von Bäumen findet ihr hier nah aneinander liegende Gräber; teilweise sind diese mehr als 150 Jahre alt! Allein aufgrund des Alters einzelner Grabstätten, die reich verziert sind, von Engeln geschmückt werden oder vom Moos und dem Lauf der Zeit überwuchert sind, unterscheidet sich der Friedhof von denen in Deutschland. Zwar liegt der Friedhof direkt an einer großen Straße, doch bereits nach wenigen Metern hört ihr den vorbeifließenden Verkehr nicht mehr.

Powązki-Friedhof Warschau Powązki-Friedhof Warschau Powązki-Friedhof Warschau

 

Das Farbenspiel des Kulturpalastes bei Nacht sehen

Plac Defilad 1, 00-901 Warschau

Wer hätte es gedacht, eigentlich diente dem Kulturpalast das Empire State Building als Vorlage (Stalin hatte damals heimlich eine Delegation nach New York entsandt, die Details über das Gebäude und dessen Bauweise in Erfahrung bringen sollten). Doch irgendwie erinnert mich besonders der obere Teil mit der Uhr auch ein wenig an Londons Big Ben. Eine perfekte Mischung! Noch imposanter und schöner als tagsüber erscheint der Kulturpalast abends, wenn er farbig angestrahlt wird.

Kulturpalast Warschau

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