Reisetipps

Die Sache mit dem Visum

26. Dezember 2015 | ⌚ Lesedauer: ca. 4 Minuten
Visum

Mal eben in den Flieger steigen und in einem anderen Land ankommen. Innerhalb der EU ist das (weiterhin) sehr einfach möglich, und über ein Visum muss man sich als Europäer kaum Gedanken machen. Anders sieht es aus, wenn die Reise über die europäischen Grenzen geht. Hier wartet vor allem eine Konstante: Die Inkonstante.

Mal wird das Visum kostenfrei bei Ankunft ausgestellt (Visa on arrival), mal werden bei der Einreise Gebühren erhoben und in anderen Fällen muss ein Visum – mehrere Wochen – im Voraus beantragt werden. Teilweise erinnern die staatlichen Websites, speziell von Ländern in Südostasien, an schlechtgemachte Phising-Websites und mitunter beschleicht uns das “wer bekommt denn da alles unsere Kreditkartendaten-Gefühl”.

In den letzten Jahren haben wir einige Visum-Prozesse erlebt und möchten euch hier eine Übersicht darüber geben. Bitte immer daran denken: Die Informationen in diesem Artikel müssen an dem Tag, an dem ihr diesen Beitrag lest, nicht mehr stimmen. Informiert euch bitte immer vorab auf offiziellen Webseiten des Ziellandes oder beim Auswärtigen Amt.

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Touristen-Visa in (Südost-)Asien

Nach Südostasien hat es uns schon häufig gezogen. Doch ein einheitliches Einreisesystem gibt es nicht. Je nach Land waren die Anforderung für die Einreise ganz unterschiedlich.

Visum für Myanmar

Vor dem Abflug nach Myanmar im Februar 2015 registrierten wir uns online für das mittlerweile erhältliche E-Visum (Kosten: 45 USD). Der Einreiseprozess wird gemeinhin als eher komplex beschrieben und kleine Fehler im Antrag sollen schon dazu geführt haben, dass die Einreise verweigert wurde. Also voller Fokus auf einen fehlerfreien Visum-Antrag. Doch in Yangon ein kleiner Schreck: Eine unerklärliche Abweichung beim Geburtsdatum. Zum Glück müssen wir nach kurzer Diskussion weder ein neues Visum beantragen noch die Heimreise antreten.

Zwar gab es am Flughafen von Yangon auch so etwas wie “Visa on Arrival” Schalter, doch diese waren nicht besetzt und auf der oben verlinkten Seite steht auch weiterhin, dass ein Visum vor der Reise gebucht werden sollte.

Visum für Kambodscha

In knapp 1,5 Wochen geht es für uns nach Kambodscha. Als Visum-Option kann aktuell zwischen Visa on Arrival oder dem E-Visum gewählt werden. Auch dieses Mal entschieden wir uns für das E-Visum und zahlten dafür in der Summe 40 USD pro Person, wobei sich diese Summe aus 30 USD Visum-, 7 USD Bearbeitungs- und nochmals 3 USD Kreditkartengebühren zusammensetzt.

Abenteuerlich soll die Einreise ohne vorheriges Visum auf dem Landweg von Thailand sein. Hier erwarten nicht nur offizielle Stellen ihr ganz persönliches Bakschisch :)

Visum für Laos

Um nach Laos einzureisen, wird ein Visum benötigt. Dieses kann direkt am Grenzübergang als Visa upon Arrival beantragt werden. Die Kosten dafür liegen aktuell bei 30 USD (wichtig: In Luang Prabang gibt es in der Ankunftshalle keinen ATM, deshalb das Geld auf jeden Fall vorher besorgen). Dazu werden zwei Lichtbilder benötigt.

Wer möchte, der beantragt das Visum bereits vorab über die Einsendung des Reisepass an die laotische Botschaft.

Visum für Malediven

Wer die traumhaften Strände der Malediven besuchen möchte, benötigt zwar ein normales Visum, dieses wird allerdings kostenfrei ausgestellt. Nach einer kurzen Kontrolle gibt es den notwendigen Stempel.

Visum für Singapur

Der Changi Airport von Singapur ist einer unserer Lieblingsflughafen. Singapur als Land an sich ist sehr organisiert und auch der Einreiseprozess mit dem Visa on Arrival geht sehr schnell von Statten. Das Beste daran: Das Visum ist kostenfrei.

Visum für Vietnam

Vor unserer Reise nach Vietnam im Jahr 2013 wartete eine kleine Visum-Prozedur auf uns. Da die vietnamesische Botschaft in Berlin gut erreichbar ist, fuhr ich zur Botschaft, zog meine Nummer, wartete vor den leeren Schaltern (offiziell war der Schalter natürlich geöffnet, nur wollte sich eben kein Angestellter zeigen) und gut 2,5 Wochen später durfte ich – an einem anderen Schalter – das Visum wieder abholen. Kostenpunkt: damals 75 USD pro Person.

Seit dem 1. Juli 2015 ist es übrigens möglich als deutscher Staatsbürger visumfrei nach Vietnam einzureisen. Diese Regel gilt Stand heute bis zum 30. Juni 2016, weshalb auf der Seite des Auswärtigen Amts vorab nochmals kontrolliert werden sollte, ob sich zwischenzeitlich etwas Neues ergeben hat.

Visum für Malaysia

Nach Malaysia konnten wir ganz entspannt ohne Visum einreisen und bekamen eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Monate.

Visum für Indonesien

Für die Einreise nach Indonesien muss vorab kein Visum registriert werden. Dieses wird kostenpflichtig bei Einreise ausgestellt. Bei unseren Reisen nach Bali und Java zahlten wir 25 USD.

Visum

Touristen-Visum in anderen Teilen der Welt

Visum für Marokko

Der aktuell letzte Stempel in unserem Reisepass zeugt von unserer Reise nach Marokko. Für Marokko war kein Vorab-Visum notwendig und es wurden auch keine Einreisegebühren erhoben. Einfach raus aus dem Flieger, durch die Passkontrolle und dann hieß es: Willkommen in Marokko.

Visum für die USA

Jaja, eine Reise in die USA kann manchmal direkt am Flughafen zu Ende sein. Bei unserem New York Trip im Juni 2013 erwartete uns am Flughafen erstmal eine lange Schlange und nach einiger Wartezeit ein paar sehr strenge Blicke. Sonderlich erfreut über unsere Ankunft war die Homeland Security nicht gerade, aber wir durften die USA betreten.

Ganz unvorbereitet kann man aktuell aber nicht in die USA fliegen und dort als Tourist einreisen. Zwar ist ein visumfreier Aufenthalt von bis zu 90 Tagen grundsätzlich möglich, hierzu muss aber (vorab) der sogenannte ESTA-Antrag (Electronic System for Travel Authorization) ausgefüllt werden. Die wichtigsten Fakten rund um ESTA wurden von estaformular.org in einer Grafik zusammengefasst:

esta fakten übersicht

Aber auch mit genehmigten ESTA-Antrag kann man noch nicht garantiert in die USA einreisen. Weitere Informationen zum ESTA-Programm findet ihr hier.

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