Deutschland

Berlin: Pfaueninsel

26. März 2017 | ⌚ Lesedauer: ca. 3 Minuten
Pfaueninsel Ticket

Pfaueninsel Berlin (Wannsee)

S7 (Wannsee), Bus 218 (Pfaueninsel), Fähre Luise

www.pfaueninsel.info

Der Frühling ist da und bringt die ersten Sonnenstrahlen. Endlich! Deshalb dachten wir uns: Nichts wie raus und Berlins schöne Ecken erkunden. Schon saßen wir in der S-Bahn Richtung Wannsee und sprangen dort in den historischen Bus der Linie 218 zur Haltestelle Pfaueninsel. Mit der kleinen Insel-Fähre Luise (4,00 EUR pro Person für Fähre und Eintritt) überquerten wir die Havel und erreichten nach 30 sekündiger Fahrt schließlich Berlins schönste Insel: die Pfaueninsel im Südwesten der Stadt. Sie ist seit 1924 ein Naturschutzgebiet und gehört seit 1990 zum UNESCO Welterbe.

Einstige Exotik auf der Pfaueninsel

Schon Theodor Fontane schwärmte einst in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg von der Insel, die damals noch Kaninchenwerder hieß.

“Pfaueninsel! Wie ein Märchen steigt ein Bild aus meinen Kindertagen vor mir auf: ein Schloss, Palmen und Kängurus; Papageien kreischen; Pfauen sitzen auf hoher Stange oder schlagen ein Rad, Volieren, Springbrunnen, überschattete Wiesen; Schlängelpfade, die überall hinführen und nirgends; ein rätselvolles Eiland, eine Oase, ein Blumenteppich inmitten der Mark.”

Auch August Kopisch beschreibt in Geschichte der königlichen Schlösser und Gärten zu Potsdam die einstige Exotik der malerischen Insel.

„Eine Fahrt nach der Pfaueninsel galt den Berlinern als das schönste Familienfest des Jahres, und die Jugend fühlte sich überaus glücklich, die munteren Sprünge der Affen, die drollige Plumpheit der Bären, das seltsame Hüpfen der Kängurus hier zu sehen. Die tropischen Gewächse wurden mit manchem Ach des Entzückens bewundert. Man träumte in Indien zu sein und sah mit einer Mischung aus Lust und Grauen die südliche Tierwelt, Alligatoren und Schlangen, ja das wunderbare Chamäleon, das opalisierend oft alle Farben der blühenden Umgebung widerzuspiegeln schien.”

Ganz so exotisch ist die Pfaueninsel heute leider nicht mehr. Das einstige Palmenhaus, 1830 nach den Entwürfen des damaligen Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel erbaut, beherbergte damals großen Palmen, reich verzierten Säulen und Brunnenbecken mit vergoldeten, wasserspeienden Löwenmasken. Leider brannte es am 20. Mai 1880 vollständig ab und wurde bis heute nicht wiederaufgebaut. Einzig vier Sandsteinsäulen aus dem Inneren des Palmenhauses sind zu sehen. Sie markieren die Maße des ehemaligen Grundrisses.

Voliere und wunderschöne Pfaue

Ein wenig Exotik könnt ihr trotzdem finden: Die Voliere, 1824 nach den Entwürfen des Schlossbaumeisters Martin Friedrich Rabe errichtet, beherbergt heute noch Hühner- und Fasanenvögel. Dazu zählen Goldfasane, blaue und weiße Pfauen, Vorwerkhühner, Seidenhühner und Brahma-Hühner.

Einige der Blauen Pfaue laufen frei rum und wenn ihr Glück habt, schlagen sie ein Rad für euch. Besonders schön sind auch die Weißen Pfaue. Kein Wunder, schon die indischen Maharadschas hatten sie gern auf ihrem Palasthof. Früher war die Voliere Teil einer Menagerie, zu denen auch Affen, Löwen, Kängurus und Bären gehörten. Friedrich Wilhelm IV übergab die Tiere damals an den 1842 gegründeten Berliner Zoo.

Das könnt ihr auf der Pfaueninsel entdecken

Auf dem ca. 70 Hektar großen Landschaftspark der Pfaueninsel könnt ihr noch mehr entdecken: Architektur wie die Meierei im Nordosten, das Kavaliershaus in der Mitte der Insel, den Luisentempel, das Schloss an der Westspitze und das Kastellanhaus in der Nähe der Fähre.

Zwischen Mai und Oktober könnt ihr auf der Insel auch Wasserbüffel sehen. Bei unserem Besuch liefen wir an ein paar Schafen und Pferden vorbei. Noch schöner ist es, wenn ihr im Sommer einen Ausflug auf die Insel macht. Dann könnt ihr euch auf der Liegewiese sonnen, eure Beine ins Wasser halten und den ganzen Tag in der schönen Natur verbringen.

Betriebszeiten der Fähre zur Pfaueninsel:
April und September: 09:00 bis 19:00 Uhr

Mai bis August: 08:00 bis 21:00 Uhr

März und Oktober: 09:00 bis 18:00 Uhr

November bis Februar: 10:00 bis 16:00 Uhr

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