Myanmar

Bagan: Märchenlandschaft in der Savanne

8. März 2015
Bagan

Bagan!!! Endlich waren wir in Bagan! Als wir vor einigen Jahren ein Foto von der größten Dichte an buddhistischen Tempeln, Pagoden, Stupas und Ruinen im zarten Nebel der Morgensonne und umgeben von wunderschönen Heißluftballons gesehen hatten, war es um uns geschehen…

Unsere Zelte schlugen wir nach der Ankunft mit dem Boot in Nyaung U auf. Da es schon spät war, planten wir den ersten Ausflug nach Bagan für den nächsten Tag. Direkt zum Sonnenaufgang? Doch wohin? Auf welche Pagode können wir klettern und wie finden wir diese? Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns, den ersten Morgen in Bagan erst gemütlich nach dem Sonnenaufgang zu beginnen und uns einen Überblick zu verschaffen. Mit der notwendigen Ortskenntnis wollten wir dann am Tag danach in den Morgenstunden den Sonnenaufgang über Bagan erleben.

Bagan-Erkundungstour mit eBikes

Am nächsten Morgen schwangen wir uns auf eBikes, die wir im Hotel für je 5.000 Kyat pro Tag und Nase gemietet hatten. Mit den eBikes waren wir fast so schnell unterwegs wie mit einem Moped und so legten wir die paar Kilometer über die Hauptstraße in Richtung Alt-Bagan in Null-Komma-Nix zurück. Irgendwann bogen wir von der Hauptstraße auf die Sandwege ab, vorbei an vielen kleinen Pagoden, die bei genauerem Hinsehen zum Teil noch mit wunderschönen Stuckreliefs an der Außenseite versehen sind. Einige von ihnen weisen im Inneren einen schmalen Treppenaufgang auf, der den Weg auf das Dach und eine wunderbare Aussicht auf das riesige Pagodenfeld freigibt.

Bagan

Unterwegs in der savannenähnlichen Landschaft kamen uns einige hübsche Pferdekutschen mit Reisenden entgegen. Langsam wurde es heiß und wir erkundeten noch schnell den pyramidenartigen Dhammayangyi mit seinen dunklen Gängen und dann ging es ins Hotel zurück.

Pferdekutsche Bagan

Sonnenuntergang in Bagan

Vor dem Sonnenuntergang fuhren wir nochmal mit den eBikes ins Pagodenfeld und kletterten auf eine der Pagoden südlich des Dhammayangyis, da diese zu den weniger bekannten Pagoden gehört und wir dementsprechend etwas mehr Ruhe hatten. Mit einigen Franzosen und drei schulpflichtigen Kindern, die uns Postkarten verkaufen wollten, warteten wir auf den Sonnenuntergang, der den Himmel orange-gold färbte und das Pagodenfeld in einen zarten Nebel tauchte.

Auf dem Rückweg über sandige Pisten geriet die Frau meines Bruders mit dem Reifen des eBikes in einen Dornenzweig und kurze Zeit später war die Fahrt mit einem Platten auch schon vorbei. Somit mussten wir den verbleibenden Weg zum Hotel zu Fuß zurücklegen.

Sonnenuntergang Bagan

Sonnenaufgang in Bagan – die Heißluftballons kommen

Die nächsten beiden Tage hieß es früh aufstehen (wir fluchten, aber der Sonnenaufgang ist es definitiv wert! :)). Um bereits jeweils 05:30 Uhr ging es mit zweisitzigen eBikes (die sind etwas robuster als die eBikes für eine Person; 6.000 Kyat pro eBike) ins Pagodenfeld. Um diese Uhrzeit war es auf der Fahrt ziemlich frisch und wieder mal war ein dicker Kapuzenpulli unsere Rettung.

{Tipp}: Nehmt euch zusätzlich zu einem dicken Pullover auch eine kleine Decke mit, denn die macht euch das Warten auf den Sonnenaufgang auf den kalten und harten Pagodensteinen wesentlich angenehmer.

Sonnenaufgang Bagan

Wir kletterten wieder auf unsere kleine Lieblings-Pagode vom Vortag und warteten auf die Heißluftballons. Plötzlich waren sie wie Perlen an einer Schnur aneinandergereiht hinter dem dichten Nebel am Horizont zu sehen: 17 Heißluftballons, die in wenigen Minuten mit Touristen über Bagan fliegen sollten. Langsam stiegen sie auf und mit ihnen die Sonne. Die Heißluftballons verteilten sich über den Himmel und flogen ganz nah an den Pagoden vorbei. Wir kamen uns vor wie in einer Märchenlandschaft, so unglaublich schön war dieses Erlebnis, die Ballons über das in Nebel getauchte Pagodenfeld fliegen zu sehen. Es war wohl das Schönste, was wir je gesehen haben. Weder das Taj Mahal, noch Borobudur oder die Halong Bay konnten nach unserem Empfinden mit Bagan mithalten.

Ballons über BaganHeißluftballons in Bagan

Irgendwann flogen die Ballons auch über unsere Köpfe hinweg, sodass wir sogar die Touristen in den Körben erkennen konnten. Wir hatten auch überlegt, ob wir uns die Pagoden von oben mit den Heißluftballons anschauen sollen, jedoch war uns der Preis von ca. 300 Dollar pro Nase für dieses sicherlich spektakuläre Erlebnis dann doch etwas zu hoch.
Heißluftballons über Bagan Bagan

Alt-Bagan & Neu-Bagan

An beiden Nachmittagen erkundeten wir Alt-Bagan und entdeckten eine schöne Aussicht auf den Ayeyarwady Fluss vom Bagan Thande Hotel aus. Das Hotel liegt direkt am Flussufer, ist Bagans älteste Unterkunft und der Prince of Wales und spätere Edward VIII hatte im Jahr 1922 hier residiert. In einem der Akazienbäume der Hotelanlage entdeckten wir neben unzähligen Eichhörnchen auch zwei zuckersüße Eulen. Neu-Bagan fiel uns vor allem durch seine zahlreichen Restaurants und Shops auf.

{Tipp}: Wirklich lecker und günstig aßen wir in einer Seitenstraße von Nyaung U in einem kleinen versteckten Juwel namens Bibo Bar & Bistro Bagan (4th Thiripitsayar Street). Auch das Black Bamboo (Yar Thin Thar Street) können wir empfehlen. Es hat einen wunderschönen Garten, ist jedoch etwas teurer als das Bibo.

Eulen

Thande Hotel Bagan

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