Malediven

Resorts we love: Grand Park Kodhipparu

21. Juli 2019 | ⌚ Lesedauer: ca. 6 Minuten

„Welcome to Grand Park Kodhipparu“ erklingt aus den Lautsprechern des Schnellboots. Rund 15 Minuten nachdem wir unseren Koffer in Empfang genommen haben, befinden wir uns bereits an Bord des Schiffes, das uns in 20 Minuten zu unserem Resort bringen wird. Seit unserer letzten Reise zum Veligandu Island Resort & Spa im Juli 2018 ist viel passiert und wir haben das Gefühl, dass uns ein weiterer Maledivenbesuch sehr guttun würde – trotz einer Vielzahl an möglichen alternativen Reisezielen.

Seit unserer ersten Reise auf die Malediven Anfang 2017 lässt uns dieses Reiseziel nicht mehr los und mittlerweile zieren mehrere Stempel der Atolle unsere Reisepässe. Aufgrund von einigen anstehenden Terminen war es nicht so leicht, einen möglichst passenden Reisezeitraum zu finden. Ursprünglich war es nicht angedacht, eine solch lange Zeitspanne seit der letzten Reise vergehen zu lassen. Mitte März fällten wir die Entscheidung: Für 8 Nächte sollte es auf die Malediven gehen. Unser Ziel: Das fünf Sterne Resort Grand Park Kodhipparu, westlich von Malé gelegen. Insgesamt gibt es auf dieser recht kleinen Insel 82 Unterkünfte.

Ankunft im Grand Park Kodhipparu

Noch nie waren wir so schnell nach Ankunft in Malé auf der gebuchten Insel. Nachdem wir in der Ankunftshalle des Flughafens unseren Ansprechpartner ausfindig gemacht haben (wahlweise zum Schalter des Resorts gehen oder auf entsprechende Schilder achten) standen wir bereits am Jetty mit anderen Gästen. Und nachdem alles verstaut war ging es auch schon westwärts zum Resort.

Wir haben uns bewusst für ein Resort in der Nähe von Malé entschieden, da die Weiterreise per Wasserflugzeug durchaus einige Zeit dauern kann. Da diese Reise vergleichsweise kurz werden sollte (bzw. weitere Tage einen unverhältnismäßigen Aufschlag oder ungünstige Flugkombinationen produziert hätten), sollte es ein Ressort in möglichst kurzer Distanz zu Malé sein. Unsere Wahl fiel auf das erst 2017 eröffnete Grand Park Kodhipparu. Als Alternative hatten wir Banyan Tree ins Auge gefasst, allerdings sah die Verfügbarkeit mau aus.

Nachdem wir das Schiff verlassen hatten (ungeduldige können direkt auf dem Schiff die ersten Fotos dank Wifi verschicken), erlebten wir einen Check-In der anderen Art. Unser „Lifestyle-Host“ nahm uns direkt per Buggy auf eine Orientierungstour und brachte uns zu unserer Villa. Dort wartete ein leckeres Willkommensgetränk auf uns und der Check-In wurde per Tablet durchgeführt. Und kaum war dieser abgeschlossen, standen wir auf unserer Veranda und blickten auf das traumhaft türkise Wasser.

Unsere Wasservilla

Bis auf die 18 Strandbungalows befinden sich alle Unterkünfte über dem Wasser, je nach Wahl mit Blickrichtung Lagune oder auf den Ozean. Wir haben uns in eine Lagunenvilla eingebucht und die Variante ohne separaten eigenen Pool gewählt. Denn zur Abkühlung diente uns die türkisfarbene Lagune, die wir über unsere eigene Treppe erreichen konnten.

Bei der Inneneinrichtung merkten wir den Unterschied zu unseren bisherigen Aufenthalten in Resorts mit bis zu 4,5 Sternen. Die Einrichtung war (auch bedingt durch die erst kürzliche Eröffnung) deutlich moderner und besonders das Netz über dem Wasser bot nicht nur eine wunderschöne Kulisse für Fotos, sondern auch zum Entspannen.

Im Vergleich zu unseren anderen Reisen verbrachten wir sehr viel Zeit auf unserer Veranda – vermutlich auch, weil wir dieses Mal Halbpension als Verpflegung gebucht hatten (Wasser ist allerdings im Zimmer gratis vorhanden, selbiges gilt für Tee). Das Bad war wunderschön und die (einigermaßen) abgeschirmte Außendusche luden zur Erfrischung ein.

Das Hausriff von Kodhipparu

Im Vergleich zu anderen Hausriffen auf den Malediven belegt Kodhipparu nicht die vorderen Plätze. Zwar tummeln sich viele Fische an der Riffkante, allerdings sind die Korallen in einem unterdurchschnittlichen Zustand und an einzelnen Bereichen des Riffs dominieren Sandansammlungen. Für Malediven-Neulinge gibt es hier trotzdem viel zu entdecken – allerdings bei weitem nicht so viel wie z.B. auf Vilamendhoo. So vermissten wir es, beim Weg zur Villa vom Steg aus Fische zu beobachten. Nur vereinzelt waren größere bunte Fische in Stegweite zu finden und Haie kreuzten ebenfalls nur selten unseren Weg.

Da wir mit leichten Erkältungen während unseres Aufenthalts zu kämpfen hatten, waren wir seltener auf Erkundungstour als sonst. So war es fast folgerichtig, dass wir bei unseren Schnorchelgängen keiner Schildkröte begegneten. Diese finden sich normalerweise im Bereich des Spas ein.

Weil sich das Riff über einen sehr langen Bereich zieht, wären mehr Zugänge zum Steg eine sehr sinnvolle Erweiterung. Diese wurden allerdings bisher nicht gebaut. In der Folge entfernt man sich sehr weit vom Strand oder der eigenen Villa – und muss denselben Weg zurückschwimmen. Besonders bei längeren Touren (und starker Strömung) kostet das viel Kraft.

Über eine Säuberung des Riffs würden wir uns zudem freuen. An einzelnen Häusern sind Teile der Außenverkleidung abgebrochen oder Windlichter wurden ins Wasser gespült – und liegen nun auf dem Grund. Hier sollte das Resort aktiv werden.

Wie war das Essen?

Wir waren sehr gespannt, welche Unterschiede wir beim Essen feststellen würden. Bisher waren wir mit der Verpflegung immer sehr zufrieden, doch wie würde es bei einem fünf Sterne Resort sein? Im Grand Park Kodhipparu gibt es kein klassisches Buffet, sondern einzelne Speisen werden in (schicken) Töpfen bereitgehalten. Dazu werden die wechselnden Hauptspeisen frisch zubereitet. Das Essen war durch die Bank sehr lecker – die frische Zubereitung der Speisen sorgte allerdings für den Vapiano-Effekt: Während einzelne ihr Essen schon halb verspeist haben, stehen andere noch in der Schlange.

Da der Restaurantbereich vergleichsweise klein ist, kommt man immer wieder mit anderen Gästen ins Gedränge. Hat man allerdings seine Speise gereicht bekommen, lässt sich diese im wunderschön gestalten Speisesaal direkt am Wasser wunderbar genießen. Dezente Musik und stimmungsvolles Licht tauchen den Essensbereich besonders am Abend in eine entspannte Atmosphäre.

Die Auswahl der Speisen ist reichhaltig. Neben arabischen Köstlichkeiten gibt es einen eigenen Tandoori-Ofen, in dem indische Spezialitäten zubereitet werden. Neben Pasta-Gerichten und Suppen stehen zudem diverse Meeresfrüchte und Fleischgerichte auf der Speisekarte. Abgerundet wird das Angebot mit Süßspeisen (darunter hausgemachtes Eis), leckeren Salaten und kleinen, mundgerechten Zubereitungen.

Besondere Erwähnung sollten die kostenfreien Kurzmassagen während des Frühstücks finden. Zwei Mitarbeiter des Spa lösen mit gekonnten Griffen Verspannungen im Hals- und Nackenbereich.

Fazit zu unserem Kodhipparu Aufenthalt

Würden wir wiederkommen? Diese Frage haben wir für uns für das Grand Park Kodhipparu mit einem Nein beantwortet. Der Aufenthalt auf der Insel war zwar wunderbar und erholsam, der Aufpreis gegenüber Resorts mit weniger Sternen fanden wir allerdings nicht gerechtfertigt. Jegliche Zusatzleistung, ob Massagen, Speisen oder Aktivitäten sind nochmals deutlich preisintensiver als auf den anderen Inseln, die wir bisher besucht hatten. Zwar gab es kostenlose Angebote wie Yogastunden sowie die Kurzmassagen, aber in der Summe wiegt das für uns den Aufpreis nicht auf.

In den ersten beiden Nächten fanden wir die auf dem Steg entlangfahrenden Buggys störend, da diese für eine ordentliche Geräuschkulisse sorgen. Wer dem entgehen möchte, der sollte sich ein Zimmer auf dem kurzen Steg geben lassen. Allerdings haben wir das Rattern der Buggys nach den ersten beiden Tagen schon nicht mehr wahrgenommen.

Ungewöhnlich fanden wir, dass das Resort auf Plastikflaschen setzt (außerhalb des Restaurants). Das hatten wir in dieser Form bisher nicht erlebt. Von Zeit zu Zeit treiben ins Wasser gepustete Plastikflaschen durch die Lagune – werden allerdings am Strand eingesammelt.

Das Grand Park Kodhipparu Resort ist insgesamt ein wunderschönes Resort. An einzelnen Bereichen der Insel muss der Vegetation noch mehr Zeit gegeben werden um zu wachsen, besonders im Bereich der Breeze Bar. Dazu waren wir verwundert, dass der Shop auf dem Steg geschlossen und als Abstellraum genutzt wurde (wenn auch nur als solcher zu erkennen, wenn Betten aus diesem geholt wurden). Man sollte also nichts vergessen.

Die Nähe zu Malé hat den Vorteil einer sehr kurzen An- und Abreise, allerdings fühlt man sich nicht so „allein“, wie es auf anderen Inseln der Fall ist. Ist dort in den meisten Fällen nur eine weitere Insel am Horizont zu erkennen, sieht man von den Nahe Malé befindlichen Unterkünften sowohl den Flughafen, als auch die Hauptstadt samt „Rubbish Island“, auf der die Abfälle verwertet werden.

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